Naturschutzgebiet Leda-Tidepolder „Hotel Lange“?

Im viel kritisierten Masterplan Ems ist ein Projekt genannt, das große Chancen für die Natur und den sanften Tourismus in der Gemeinde Westoverledingen bietet. Als Nr. 4c der Anlage zu Artikel 13 des Masterplans ist die Umgestaltung des Leda-Tidepolders genannt. Hierbei handelt es sich um den bereits bestehenden Hochwasserpolder westlich der B 70 zwischen der Deponie und dem Hotel Lange.

Dieser könnte mit vergleichsweise geringen Mitteln ein Vogelschutzgebiet nationaler Bedeutung werden. Anlass für den Masterplan sind ua. Verstöße gegen die EU-Vogelschutz- und Wasserrahmenrichtline durch die schlechte Wasserqualität der Ems und der Nebengewässer Leda und Jümme, sowie den Verlust von Wiesenvogelbrutgebieten im Deichvorland. Durch den Masterplan sollen daher bis zu 200 Hektar Fläche für Wiesenvögel bereitgestellt werden. Dies könnte ua. im Leda-Tidepolder geschehen. In der Gemeinde Rhauderfehn hat sich durch die Schaffung des Entlastungspolders an der Leda im Holter Hammrich bereits gezeigt, wie hervorragend sich ein solches Gebiet zum Natur- und Vogelschutzgebiet entwickelt und dabei die unterschiedlichen Interessen des Naturschutzes, des Hochwasserschutzes und der Landwirtschaft berücksichtigt werden können. Dies ist auch beim Leda-Tidepolder „Hotel Lange“ möglich. Was anderenorts erst mit großem Aufwand hergestellt werden muss, ist hier schon vorhanden. Der Polder existiert bereits. Ein Altarm der Leda verläuft durch ihn hindurch und bietet Möglichkeiten zur Renaturierung und Vernässung. Es sind Restbestände von Auwäldern und teilweise ausgedehnte Röhrichte vorhanden. Ein Vernässung und Umgestaltung des Polders nach Vorbild des Holter Entlastungspolders schafft Wiesenvogel-Lebensraum auf einer Fläche von 130 Hektar. Er wäre Lebensraum für die Störche, die ihre Nester in unmittelbarer Nähe in Esklum und Nettelburg haben, und hätte große Bedeutung für überwinternde Gänse. Ein langwieriger Flächenerwerb ist nicht erforderlich. Die Flächen im Polder gehören dem Leda- Jümme-Verband und befinden sich damit bereits in „öffentlicher Hand“. Fördermittel stehen im Masterplan bereit. Es müssen nur ein Konzept zur naturnahen Umgestaltung erstellt und die künftige Nutzung des Polders vertraglich mit dem Verband geregelt werden. Die Bewirtschaftung der Grünflächen im Polder kann über den Vertragsnaturschutz erfolgen, bei der späteren „Vermarktung“ im Sinne eines „Naturtourismus“ bietet sich die Nähe zum Hotel Lange an. MOIN fordert die naturnahe Umgestaltung des Leda-Tidepolders.

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